Ferkelfabrik Alt Tellin: Das nächste Desaster!

von | 10. Dezember 2019 | Allgemein, Gemeinde Alt Tellin, Landwirtschaft, Neuigkeiten, Politik, Themen, Umwelt & Natur

Wie erst heute bekannt wurde, hat sich in der Ferkelfabrik Alt Tellin, agrarindustriell-umgangssprachlich: „Sauenzuchtanlage“, Tierbestand ca. 10.500 Sauen, im August 2019 der bisher größte anzunehmende Unfall ereignet und damit ist nicht der bereits bekannte Unfall, ebenfalls vom August 2019 gemeint, bei dem Schwefelsäure ausgelaufen war.

Die Massentierhaltung der LFD-Holding, ehemals (oder noch?) Straathof, kommt aus den Negativschlagzeilen nicht heraus. Wie auch, wo doch ständig Ungereimtheiten um Tierfabriken dieser Dimensionen kursieren und die Betreiber und Genehmigungsbehörden der Anlage Alt Tellin, angeklagt vor dem Verwaltungsgericht Greifswald, seit drei Jahren auf ihren zweiten Prozesstag warten.

Nun ist heute im Nordkurier nachzulesen, dass offensichtlich bei einem Ausfall der Lüftungsanlage mal eben 1.000 Ferkel verendet sind. Um die Dimension einmal zu verdeutlichen: Die ganze Gemeinde Alt Tellin hat knapp 500 Einwohner. Der Betreiber schiebt den Vorfall auf „eine Konstruktionsschwäche innerhalb des Belüftungssystems“, welche er auch der Aufsicht gemeldet habe und damit sei es gut gewesen. Das dementiert der Landkreis Vorpommern Greifswald allerdings und sagt, dass er nach Kontrollen, Anzeige erstattet habe – die Staatsanwaltschaft ermittele.

Erst vor einem Monat im November 2019, wurde der Erfinder der Anlage Alt Tellin, Adrianus Straathof genannt „Schweinebaron“, nachträglich wegen Tierquälerei zu acht Monaten auf Bewährung verurteilt, nachdem ihm bereits im Jahr 2014 ein bundesweit geltendes Tierhaltungs- und Betreuungsverbot, was zum Berufsverbot führte, höchstrichterlich für ganz Deutschland ausgesprochen wurde.

Für Anwohner und Interessierte an Umwelt und Natur, sowie Tierschützern ist es ein Unding, dass trotz laufendem Prozess, bereits vieler festgestellter Mängel und einer grundsätzlich berechtigten Kritik an dieser Massentierhaltung, mit einer viel zu hohen Tierzahl, auf viel zu geringem Raum, mit extrem hohem Gülleaufkommen, der Betrieb immer noch zulässig ist. Man kann es sich nur noch anhand des Schweinefleischhungers aus China, dem dortigen Supergau (Vernichtung des Bestandes bis zu 95% durch die ASP) und der daraus resultierenden, von der Landwirtschaftsministerin Klöckner (CDU) unterstützten Exportfreude der Fleischindustrie und der gleichzeitig in Vorpommern überforderten Justiz erklären. Unfassbar, was aus dem einstigen Tier Schwein geworden ist: Eine Billigkomponente für die Lebensmittelindustrie, die immer öfter zurück gerufen wird oder direkt eingepreister trauriger Ausschuss ist.

Quellen: https://www.nordkurier.de/demmin/ermittlungen-gegen-ferkel-anlage-in-alt-tellin-1037747312.html

https://www.nordkurier.de/demmin/schwefelsaeure-in-schweinemast-ausgetreten-0636342308.html

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