Landwirte in Mecklenburg Vorpommern kämpfen offensichtlich mit Gülle, Überdüngung und Nitratbelastung

von | 10. November 2019 | 0 Kommentare

Aus einem Nordkurierartikel vom 4.11.2019 von Stefan Hoeft, geht hervor, dass die Themen Nitratbelastung, Ackerboden und Grundwasser bei den Landwirten in Mecklenburg Vorpommern angekommen sind. Die Trinkwasserqualität sei zwar noch gut, aber nur in „großer Tiefe“.

Hierzu wird Landrat Hr. Sack (CDU), LK-Vorpommern Greifswald, dann auch mit den bedenklich stimmenden Worten zitiert: „Es ist hier bei uns ja traditionell so, dass viele Einzellagen einen klassischen Brunnen auf dem Hof haben. Das würde ich heute in der Fläche so nicht mehr machen“!

Hierbei bezieht er sich auf das Abschöpfen von höher gelegenen Grundwasserquellen, dem sogenannten „ersten Grundwasserleiter“, also dem Bereich, der von oben mit Gülle aus Massentierhaltung direkt in Berührung kommt.

In der Abstufung nach unten, zum Grundwasser & zu unserem Trinkwasser, gibt es dann noch die Schicht „zweiter Grundwasserleiter“. Hier muss dringend eine Belastung durch Gülle/ Nitrat zum Schutz der untersten Schicht verhindert werden.

Der Artikel hat es in sich, denn weiter heißt es: „Dass auf die deutschen Landwirte in dieser Angelegenheit nun neues Ungemach zukommt, schreibt er (Landrat Hr. Sack, Anm.d.Redaktion) ihnen teils selber zu: Die gute Lobbyarbeit des Bauernverbandes 2016/17, in deren Folge die ganzen Spitzen aus der Düngeverordnung gekippt worden seien, komme nach
der Intervention der EU nun mit einer verschärften nationalen Fassung als Bumerang zurück. Denn aus Brüssel droht ein weiteres Vertrags-
verletzungsverfahren wegen überhöhter Nitratwerte, gelten doch gut ein Viertel der Grundwasserkörper in der Bundesrepublik als zu stark belastet.“

Man muss froh sein, dass die EU, oft wegen Kleinlichkeit in der Kritik, im Falle unseres höchsten Gutes, dem Trinkwasser, ein scharfes Auge auf diese Angelegenheit wirft, da es das Bundesministerium für Landwirtschaft mit Fr. Klöckner (CDU) offensichtlich nicht tut oder tun kann.

Mal folgt man der Gangart des Bauernverbandes, der grundsätzlich auf Abwiegelung von gesunden Neuerungen, spätindustrieller Technik und Agrarkonzerne setzt, dann erfolgen, eben deshalb, härtere Gesetze, allerdings nicht wegen der Umweltzerstörung, sondern wegen drohender Strafzahlungen, welche von mehr Technik und Agrarkonzernen nicht übernommen werden. Gut, dass da manche Landwirte bereits selbstständig viel weiter denken. So setzt Carsten Stegelmann, Betriebsleiter der Trantower Agrar GmbH, bereits auf sich selbst und eine Technik an seinen Traktoren, welche mit Sensoren die Beschaffenheit des Ackers und des Güllegehalts feststellen kann und pflanzt vermehrt Zwischenfrüchte zur Düngung, um wohl das Schlimmste zu verhindern. Der wichtige Schritt auf dem Weg, hinweg von der rein konventionellen Landwirtschaft, hin zu einer ökologischen, wenn nicht sogar permakulturellen Landwirtschaft, wird also tatsächlich eher von einzelnen Bauern, als von der staatlichen Verwaltung und Funktionären begangen.

Der Artikel des Nordkurier vom 4.11.2019 von Stefan Hoeft ist derzeit noch nicht frei online lesbar. https://www.nordkurier.de

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